|
Das Turnier boomte und hatte auch ein Medium, das darüber berichtete. Zwar kam manchem plärrer-Mitarbeiter die Idee eines vom Blatt mitveranstalteten Fußballturniers anfangs etwas bourgeois vor, doch als sich das Team »Zwietracht plärrer« formierte, wurden anfangs nagende Zweifel rasch von der Realität schweißtreibenden Ballfiebers beseitigt. »Der Ball ist bunt« entwickelte sich im Freizeitkickerbereich schnell als eine beliebte Alternative zum alteingesessenen AZ-Fußballturnier. Einmal kam es sogar zum großen Showdown zwischen plärrer- und AZ-Siegerteam. Auch der Rahmen war entsprechend: als Vorspiel des ewigen Derbys 1. FCN gegen Fürth im heiligen Clubstadion. Doch das Wetter machte einen Strich durch die Rechnung. Als die Teams auf einen Nebenplatz ausweichen mussten, waren die plärrer-Champions »Die Platten Adler« so geschockt, dass sie haushoch verloren. Die unerwartete hohe Zahl teilnehmender Teams verlangte von den Verantwortlichen ein beträchtliches Organisationstalent. Um die Attraktivität weiter zu steigern, wurde für Teams, die nach dem Motto »Erlebnis statt Ergebnis« agieren, die Beer-League gegründet. Dadurch kamen auch Mannschaften wie der »THC Kunstverein« gegen die unglücklich auftretenden »Wärmestuben«-Kicker zu ihrem ersten haushohen Sieg. Die Spitzenzeiten des Turniers lagen in der Zeit zwischen 1993 und 1995, als über 90 Teams gegen das Leder traten. Das Ballbunt-Turnier dauerte deshalb nicht, wie ursprünglich geplant, von April bis Juli, sondern es wurde bis in den September – 2007 fanden die Finals sogar im Oktober statt – der Rasen umgepflügt. Es muss leider auch von Probleme an dieser Stelle die Rede sein: Den zahlreichen Mannschaften fiel es zu oft schwer, geeignete Spielplätze zu finden, vor allem von dem Zeitpunkt an, als die Stadt Nürnberg die Pflege der Wöhrder Wiese einstellte. Danach waren die Schmerzensschreie der häufigen Bänderriss-Opfer bis zum Noricus zu hören. Doch die Stadt Nürnberg hat unser Flehen erhört und ist seit 2006 in Gestalt des Bürgermeisteramtes und des SportServices Partner des plärrer-Turniers. Das heißt, die Finals finden auf den gepflegten städtischen Plätzen statt – inklusive Duschen, Umzugskabinen und Getränkeversorgung. Dieser Verbindung hat das Ballbunt-Turnier auch die professionelle Betretung durch Schiedsrichter in den Finals zu verdanken. Der von Künstler Gerd Bauer geschaffene plärrer-Pokal, der genau genommen eigentlich »Willi-Entenmann-Watschelpokal« heißt, war in jener goldenen Ära des lokalen Fußballs Stadtgespräch. Überragende Seriensieger des Turniers sind mit drei Triumphen »Borussia Böse Buben«, die den Originalpokal dann auch behalten durften. Der neue Cup – ein ebenfalls von plärrer-Cartonisten, Gerd Bauer, gestalteter Dino – hatte bis 2009 noch den Status eines Wanderpokals. Nach dreimaligen Gewinn steht er jetzt im Trophäenschrank von Azonga.
|