Start Über uns! Das Turnier »Gib mich die Kirsche« - 19 Jahre »Der Ball ist bunt«

Ergebnisse und Tabellen

»Gib mich die Kirsche« - 19 Jahre »Der Ball ist bunt«

Die Bilanz dieses Turniers kann sich sehen lassen: Knapp 1000 Teams haben seit 1992 teilgenommen. Das sind etwa 15.000 KickerInnen. Den Anfang haben, das weiß die Chronik genau, das Team von »Traktor Wöhrder Wiese« und das aus dem »Kulturladen Nord« gemacht.


Am Anfang der 90er Jahre war Freizeit-Kicken durchaus auch politisch motiviert: Schönlein (SPD)vs. Beckstein (CSU) hieß die Paarung auf dem politischen Feld, weshalb die ersten Helden auch »Gegen rechts« kickten und – die Problemlagen ähneln sich – sogar eine Toilette aufstellten, auf dem man gegen rechts …

Zwei Jahre später organisierte der plärrer das Turnier mit dem schönen Namen »Der Ball ist bunt.- Kicken in den Frühling«. Man darf sich vom Namen des Turniers aber nicht täuschen lassen, politisch korrekt waren die KickerInnen der ersten Stunde immer noch, was sich an Mannschaften wie »Roter Stern« sehen lässt. Dass der Spaß an der Freude immer eine große Rolle gespielt hat, bewies auch die Teilnahme von Teams, in denen nur Frauen antraten. 1993 kickte »WC Balla Donna« einige Turniere lang. Später folgten die »Rasenschlampen« und, nomen est omen, »Die SpVgg Hodenlos«.

Frauen kickten aber auch in manch gemischtem Team (zum Beispiel bei »Zwietracht plärrer«) und trugen so zu einer (Spaß-)Spielkultur bei, die nur das plärrer-Turnier im Großraum aufwies. »Zu professionell«, lautete deshalb das Urteil über das parallel laufende AZ-Turnier. Möglicherweise war dies ein Grund für die »unkontrollierte wachsende« Beliebtheit des »BallBunt-Turniers«: Von 64 Mannschaften 1992 wuchs das Turnier auf 94 Teams 1995, um dann – zehn Jahre später auf etwa 50 zusammenzuschnurren. Warum? Weil das BallBunt-Turnier von der Realität eingeholt wurde – und mit ihr die Helden und Heldinnen in die Jahre gekommen sind und oft Familie haben. Der Nachwuchs erfreut sich an anderen Sportarten, was »BallBunt« manchmal zu »Ballgrau« werden lässt. Allerdings ist auch zu vermerken, dass der – vor allem – männliche Nachwuchs der ersten Generation sich aufmacht, um den Urvätern des plärrer-Fußballturniers Konkurrenz zu machen. So fand sich im vorletzen Jahr eine Mannschaft mit dem sensationellen Durchschnittsalter von 19 Jahren im Endspiel der Beer League wieder. Sie zogen zwar den Kürzeren, aber immerhin.

Es gäbe noch viel zu erzählen aus 19 Jahren »Der Ball ist bunt«. Zum Beispiel, dass das Turnier wirklich seinen Namen verdient, wenn man seine integrative Wirkung anschaut. Mannschaften und Spieler aus vielen Ländern außerhalb und innerhalb Europas (Algerien, Tunesien, Italien etc.) nehmen teil. Oder es ließen sich unsere Promienten »Los-Feen« aufzählen, von den ehemaligen Clubspieler Sergio Zarate, André Golke, den Trainer Willi Entenmann (Club) und Benno Möhlmann (Greuther Fürth), den aktuellen Club-Spieler Jaouhar Mnari (2005) über OB Ulrich Maly, Ex-OB Peter Schönlein, Bürgermeiester Förther (2006) und den BR-Moderator Günther Koch. Sie alle waren neben zahlreichen nicht ganz so Prominenten unsere »Los-Feen«. Zu berichten wäre auch noch von einigen rauschenden Endspielfesten, bei denen die heute Nürnberg entwachsenen »Waikiki Beach Bombers« sich mit vielen anderen Bands die Ehre gaben. Oder aber von Spielen, bei denen Freundschaften erwuchsen, vom Verletzungspech, von nie eingehaltenen Zeitplänen und so manchem glücklichen Ende. Berichten könnte man aber auch über eine glücklich »Liäson«, die 2006 begann: Anlässlich der WM unterstützte das Bürgermeisteramt und der Sportservice Nürnberg das Ballbunt-Turnier.

Deshalb konnten sich die Waden unserer Kicker in den Finals auf gepflegten Rasen und unter tätiger Mithilfe von professionellen Schiedsrichtern bewegen. Und, die Liäson hält bis heute, in dem die Finals wieder auf Sportplätzen der Stadt stattfinden werden. Vielleicht macht dies alles und dazu die meist gute Laune aller SpielerInnen die Einmaligkeit des BallBunt-Turniers aus – dem momentan in dieser Form einzigen und größten Freizeitkicker-Turnier in der Region.

 

 
Banner